Tabea, 9 Jahre alt, hat noch eine Frage zu Ebbe und Flut! Sind Ebbe und Flut überall gleich? Prof. Äquinox antwortet! Tabea, 9 Jahre alt, hat noch eine Frage zu Ebbe und Flut! Sind Ebbe und Flut überall gleich? Prof. Äquinox antwortet!

Tabea, 9 Jahre alt, hat noch eine Frage zu Ebbe und Flut! Sind Ebbe und Flut überall gleich? Prof. Äquinox antwortet!

Tabea, du schlaues Huhn, du hast aber gut nachgedacht über meine Antwort zum Thema: Warum gibt es Ebbe und Flut..! Ihr erinnert Euch? Schuld ist ja die Anziehungskraft zwischen Mond und Erde. Auf der Seite der Erde, die am nächsten am Mond ist, wird das Wasser stark angezogen, es türmt sich auf. Auf der entgegengesetzten Seite ist die Anziehung am schwächsten, und es türmt sich auf – weil es nicht so stark zum Mond gezogen wird, aber in die andere Richtung.

                          

Das sind die beiden Flutberge auf unserem Planeten, und weil sich unsere Erde innerhalb eines Tages genau ein Mal um sich selber dreht, kommt an jedem Küstenort zwei Mal pro Tag ein Flutberg vorbei (na ja, genau genommen kommt jeder Ort ein Mal pro Tag an den beiden Stelle vorbei, an der eine besonders starke, beziehungsweise eine besonders schwache Mondanziehung herrscht, weshalb sich genau dort das Wasser auftürmt). Aber das Wasser steigt nicht überall gleich hoch, was ein bisschen verwirrend ist, denn die  Anziehungskraft zwischen Mond und Erde ist ja immer gleich. Das stimmt auch, aber das Wetter ist nicht immer gleich! Wenn starker Wind vom Meer aufs Land bläst, kann er die Flut verstärken. Wir machen mal schnell ein Experiment: Puste flach in dein Saftglas, merkst du, wie dein Wind die Flut verstärkt (Entschuldigung – jetzt ist der Tisch klebrig! Sauberwischen- Matrose!). Außerdem steigt das Wasser unterschiedlich hoch, je nach dem, wie die Küste geformt ist. Wenn sich eine Flutwelle zwischen zwei nahen Inseln hindurchquetscht, ist das Wasser besonders hoch, weil es da so eng ist. Aber unsere Natur ist kompliziert, es geht auch genau anders herum: Der Durchgang von der Nordsee in die Ostsee ist auch ziemlich eng, doch da steigt das Wasser überhaupt nicht hoch: Man merkt es kaum, die Wassertiefe ändert sich nur um 10 bis 20 Zentimeter. Der Grund ist, dass das ablaufende Wasser und das auflaufende Wasser sich gegenseitig behindern. In weiten Bereichen der Ostsee merkt man deshalb von Ebbe und Flut gar nicht viel. Aber auch an ein und dergleichen Stelle steigt bei Flut das Wasser manchmal höher als sonst, zum Beispiel bei Neumond, also wenn der Mond scheinbar weg ist. Denn er befindet sich dann genau zwischen der Erde und der Sonne und ist nachts unter dem Horizont (wenn man aus dem All von der Seite guckt: Erde links, Mond in der Mitte, Sonne rechts). Jetzt ziehen die Anziehungskräfte von Mond und Sonne in die gleiche Richtung, und deshalb ist die Flut höher, als wenn nur die Anziehung des Monds alleine wirkt. Das nennt man Springflut.

Alles klar? Wenn nicht – frag´ mich! Ich finde die Lösung!