
Bei Ebbe geht das Meerwasser zurück, bei Flut steigt es wieder an – an der deutschen Nordseeküste etwa ein bis zwei Meter, aber an anderen Küsten der Welt sogar bis 20 Meter, also höher als ein Haus. Das ist irre, da hast du recht. Warum das so ist? Das ganze Auf und Ab passiert jeden Tag zwei Mal. Hast Du Dich schon einmal gefragt, wieso das so ist? Wo fließt das ganze Wasser hin, und warum kommt es zurück? Stell Dir vor, wie der Mond um die Erde kreist. Jetzt halten wir in Gedanken kurz die Zeit an, sodass alles stehen bleibt.
Stell Dir vor, wie der Mond um die Erde kreist. Jetzt halten wir in Gedanken kurz die Zeit an, sodass alles stehen bleibt. Die Erde steht jetzt links, der Mond rechts, OK? Mond und Erde ziehen sich an, und eine Anziehungskraft ist umso größer, je näher sich die beiden stehen. Nun ist das Meer auf der dem Mond zugewandten Seite (also auf der rechten Erd-Seite in unserem Standbild) dem Mond am nächsten, deshalb wird es am stärksten Richtung Mond gezogen. Wenn das Meer zum Mond gezogen wird, türmt es sich auf: Ein erster Flutberg entsteht.
Auf der anderen Seite der Erde aber, die dem Mond abgewandt ist (der linken Seite in unserem Standbild) ist die Anziehung in Richtung Mond am schwächsten, deshalb türmt sich da das Wasser in die entgegengesetzte Richtung auf, weil der Mond nicht so stark daran zieht. Das ist der zweite Flutberg.
Auf unserer Erde gibt es also zwei große Flutberge. Während eines Tages dreht sich die Erde einmal um sich selbst, und jede Küste kriegt die beiden Flutberge mit (und entsprechend auch zwei Mal Ebbe). Es spielen zwar noch andere Dinge eine Rolle, die Sonne zum Beispiel und das die Erde sich nicht richtig rund dreht sondern eher `eiert´. Aber der Hauptgrund, weshalb es Ebbe und Flut gibt, ist die Anziehung zwischen Mond und Erde.
Übrigens bedeutet Ebbe nicht „Tiefwasser“ und Flut nicht „Hochwasser“, das machen viele Leute falsch: Flut bezeichnet die gesamten sechs Stunden, in denen das Wasser ansteigt, Ebbe die gesamten sechs Stunden, in denen es wieder wegfließt.
